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Geist in Szene
Ken Wilbers „integrale Theorie“ entwickelt

Einleitung

In zahl- und umfangreichen Werken hat Ken Wilber, ein zeitge­nössischer US-amerikanischer Autor, eine sog. „integrale Theorie“ vorgelegt. Um sie schart sich eine gerade in Deutschland nicht unbeträchtliche Zahl von Anhängern, die diese studieren, diskutieren und zu verbreiten trachten.
Bei Wilbers Lehre handelt es sich um ein Theoriegebäude, das den Anspruch erhebt, das größtmögliche Maß an Wissen und Weisheit in sich zu integrieren. Sie tritt dabei als holistische „Weltphilosophie“, als „Weltformel“ auf, ja gibt sich gar als „Theorie von allem“.

Inhalt

Die Diplomarbeit trägt einen zweifachen Fokus: Der erste richtet sich auf eine systematische Rekon­struktion der Theorie. In vier Teilen werden ihre Grundlagen expliziert, ihre Hauptbegriffe definiert und deren Funktion für und Stellung innerhalb der Theorie erläutert. Teil eins führt in die begrifflichen und seman­tischen Grundlagen des holarchischen Entwicklungs­modells Wilbers ein, mit dem Holonmodell als inhaltlichem Kristallisa­tionspunkt. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem vertikalen „Grund­gerüst“ der integralen Theorie, den Holarchie­ebenen und Entwicklungs­linien, sowie dem Selbst und seinen Bewusstseins­zuständen. Teil drei behandelt die horizontale Dimension der Theorie, Wilbers Quadrantenmodell und deren neuere Ausdiffe­renzierung in Form einer Theorie der Urperspektiven. Teil vier stellt die darauf auf­bauenden metatheo­retischen Grund­gedanken Wilbers zu einer integralen Theorie und einer ihr voraus­liegenden integralen Praxis vor.
Der fünfte und umfangreichste Teil widmet sich dem zweiten Fokus der Arbeit, einer kritischen werkimmanenten Analyse und Evaluation der Theorie. Die Analyse konzentriert sich auf drei neuralgische Punkte: den Holonbegriff, die Behauptung der unendlichen Schachtelung des Kósmos und die Verortung der als „transpersonal“ titulierten Erfahrungen. Darauf folgt eine kritische Würdigung von Wilbers Werk, vornehmlich in Bezug auf ihren Anspruch auf Wissenschaft­lichkeit unter formaler (Sprache) wie inhaltlicher (Methode, Kohärenz und Validität ihrer Aussagen) Rücksicht. Ab­schließend wird der Frage nach der Angemessenheit ihres Verständnisses als wissen­schaftliche Theorie nachge­gangen.

Die Diplomarbeit wurde im WS 2005/06 am Seminar für philosophische Grundfragen der Theologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster eingereicht.
Gutachter: Prof. DDr. Klaus Müller, Prof. Dr. Jürgen Werbick
Die Veröffentlichung einer überarbeiteten und erweiterten Fassung ist in Vorbereitung.
Bemerkungen, Anregungen und Kritik sind willkommen.
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Druckversion Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2008 um 8:58h